Ein paar persönliche offene Worte: Ab und zu werde ich gefragt, warum ich neben dem Trading auch noch Börsenbriefe schreibe, dass hätte man doch als guter Trader gar nicht nötig. Wer so argumentiert, hat wahrscheinlich noch nie in Vollzeit über Jahre getradet. Es gibt mehrere Punkte, weshalb ich mich dafür entschieden habe. 

1.   Familiennachwuchs 

Die ungeplant kurz nach Eintritt in die Selbstständigkeit ließ neben dem vorher vorhandenen eigenen sehr erklecklichen regelmäßigen Einkommen auch das zweite Familieneinkommen für rund 3 Jahre wegbrechen. Mit 2 Kindern, Ehefrau zu Hause und Eigenheim im nicht allzu billigen Hamburg war das Thema Verantwortung und Risikovorsorge hier ausschlaggebend, um allein auf das Thema Trading zu setzen. Denn dies hätte erfordert, sehr viel mehr Risiko, also deutlich höhere Positionsgrößen, im Trading einzugehen als geplant, was wiederum eine ganz andere mentale Belastung mit sich gebracht hätte.

2.   Abwechslung

Beim Trading arbeitet man überwiegend relativ isoliert (obwohl sich zwischenzeitlich für einige Jahre ein Büropartner gefunden hatte). Regelmäßig mit Lesern und Kunden zu kommunizieren und - ja, dies spielt auch eine Rolle - zudem regelmäßig positives Feedback zu den eigenen Strategien und Empfehlungen zu erhalten, sorgt für eine wichtige soziale Einbindung, die ich jedem selbstständigen Trader empfehle.

3.   "Economy of Scale"

Alle BWL‘ er werden dies kennen. Die tägliche Arbeit für meine Strategien und Empfehlungen muss ich ohnehin leisten. Die Ergebnisse und Gedanken dann einfach nochmal schriftlich zusammenzufassen, ist dagegen der geringere Aufwand. Warum also nicht anderen (Lesern) die Recherchearbeit abnehmen und dafür noch Geld hinzuverdienen? Mein Aufwand bleibt nahezu gleich, mein Ertrag ist ohne Risiko steigerbar. Wer wünscht sich nicht eine solche Situation als Selbstständiger?

Als Trader, die vergisst manch ein geneigter Hobby-Trader, hat man weder ein regelmäßiges Einkommen (denn die Börse „bezahlt“ einen nicht jeden Monat), geschweige denn eine Betriebsrente oder große Rentenansprüche. Auch dafür sollte Vorsorge getroffen werden. Ein Nebenverdienst ist daher immer willkommen. Außerdem ermöglicht mir dieser, mein Risiko im Trading erhöhen zu können und auf diesem Wege noch mehr Geld zu verdienen.

 4.   Effizienz 

Es gibt sicherlich die Trader, die 12 Stunden am Tag auf den Bildschirm starren, um im Minutenchart irgendwelche vermeintlichen Signale zu erkennen. Wer wie ich primär systematisch tradet und seine Strategien teilweise komplett automatisiert hat, kann über ziemlich viel Freizeit verfügen. Die freiberuflichen Tätigkeiten als Chefanalyst bringen dagegen einige wichtige Fixpunkte und Leitplanken für eine vernünftige Tagesstruktur.